Sonntag arbeiten? SICHER NICHT!

Derzeit laufen wieder Diskussionen über die Sonntagsöffnungszeiten. Von den Gegnern wird dabei gerne angeführt dass die Sonntagsruhe im Handel wichtig ist für die Familien der Angestellten. Außerdem wird erklärt, dass man keine Sonntagsöffnung braucht, da ja unter der Woche genug Möglichkeiten gibt zum Einkaufen. Und zum Schluß würde die Sonntagsöffnung nur zu einer Ausbeutung der Menschen führen.

In dieser Diskussion ist interessant, das gerne ausgeblendet wird, dass heute schon viele Menschen schon Sonntags oder an Feiertagen arbeiten. Für diese ist natürlich das Argument mit der Familie besonders bitter. Denn bei vielen wird der Eindruck erzeugt ihre Familien sind weniger wert, als die der Handlsangestellten. Hat ein Arzt, Polizist, Lokführer, Nachtwächter, Kellner,… weniger Anrecht auf seine Familie, nur weil er diesen Beruf gewählt hat?
Und was ist mit den Handelsangestellten in den Tourismusgebieten? Dort gibt es die Sonntagsöffnung, ist dort diese Argument gleich aufgehoben.

Das Argument mit dem man bekommt alles unter Woche, ist in meinen Augen auch komisch. Wieso haben Tankstellen geöffnet? man kann doch auch rechtzeitig tanken fahren. Wieso müssen Restaurants, Diskos, Bars,… am Wochenende offen haben? Man kann doch auch unter der Woche fortgehen oder einfach zu hause kochen?
Und wieso müssen Züge am Wochenende fahren? Es gibt genug Autos, sollen die Leute selbst fahren. Kein Auto? Pech.
Ich rede hier nicht von Überlebenswichtigen Bereichen wie Polizei oder Krankenhäusern. Sondern von ganz banalen Sachen, die man nicht unbedingt braucht.
Und generell gilt, das auch hier schon vieles ausgehebelt wurde. Ich kann zwar nicht im Supermarkt einkaufen, sondern fahre zur Tankstelle, die heute schon ein umfangreiches Sortiment hat.

Und zu guter Letzt die Ausbeutung. Es gibt heute schon umfangreiche Regelungen wie das Arbeitszeitgesetz, Arbeitsruhegesetz, … die verhindern sollen (und tun) das es zu keiner Ausbeutung kommt.
Ausbeutung verhindert man nicht dass man etwas verbietet und alles dann sich selbst überlasst. Sondern durch Kontrollen und Strafen. Würden wir das durchziehen, wäre Sonntagsöffnung sicher kein Problem.

Und zu letzt: Was sagen die Betroffenen. Ich kenn viele die Sonntags arbeiten und es gerne tun. durch das zusätzliche Einkommen, die Zeit die sie unter der Woche gewinnen,… Es geht, man muss nur wollen.
Mir geht es nicht darum alles frei zu geben. Mir geht es um eine ehrliche Diskussion, die nicht so tut als wäre Sonntagsarbeit etwas ungewöhliches. Es heute etwas normales, auf dieser Basis muss geredet werden.

Noch eine lustige Geschichte: Billa wirbt seit Jahren damit den 8.12 den Angestellten und ihren Familien zu schenken, damit diese mehr Zeit verbringen können. Ich hab mal mit einigen Leuten vom Billa geredet: die meisten verbringen ihn mit Einkaufen….

Asylanten in Lauffen und derStandard dazu….

Heut mal was anderes.
Der Standard (die Zeitung die ich hauptsächlich lese) hat einen Artikel veröffentlich, dass in Bad Ischl, also im Ortsteil Lauffen ein Heim für 22 jugendliche Asylwerber verhindert wurde. In der Postinggemeinde des Standards griff sofort der Beisreflex gegen die Einwohner.
In der ersten Version war der Artikel sogar sehr manipulativ verfasst, aber das wurde tlw. geändert. So war am Anfang nur von dem 14.000 Einwohnern von Bad Ischl die Rede, aber nichts genaues zu Lauffen. Was ist diese Laufen jetzt wirklich:
Lauffen hat 213 Einwohner laut Wikipedia. Es gibt in diesem Ortsteil keine Schule, kein Geschäft gar nichts, in der Wikipedia wird betont das es gelungen ist die Bahnhaltestelle zu retten. An dieser halten alle 2 Stunden Regionalzüge der ÖBB, an Werktagen verkehrt außerdem von zirka 06:30 bis 18:00 unregelmäßig die Buslinie 542, an Sonntagen fährt der Bus jedoch nur einmal.
In die nächsten Ortszentren (Ischl bzw. Bad Goisern) sind es rund 5,5 bzw. 4 km, also schon ein kleiner Spaziergang.

Im Grunde hat die Bevölkerung also den Forderungen der Votivkirchenaktivsten entsprechend gehandelt. Denn diese haben verlangt:

Keine Verschickung an entlegene Orte, sondern eine den individuellen Bedürfnissen entsprechende Unterbringung in städtischer Umgebung.

Im Grunde macht wird hier den Leuten etwas zum Vorwurf gemacht, was auf der anderen Seite wieder gefordert wird.

Und seien wir ehrlich, ist ein 200 Seelenkaff wirklich der richtige Unterbringungsort für jugendliche Asylanten? Selbst wenn es nur kurzfristig ist? Wo als einzige Freizeitbeschäftigung nur das herumsitzen übrig beleibt weil es kaum Möglichkeiten gibt wegzukommen oder etwas zu erleben? Wo eine “Aufstockung” der Bevölkerung um rund 10% wohl nicht unproblematisch ist?

Wieso wurde aber auch im Standard so berichtet? Ging es darum das Klischee des ausländerfeindlichen Landbewohners zu erfüllen? Die Postings deuten darauf hin.

Kurios ist ja an der ganzen Sache, das vor einigen Monaten Bad Ischl in den Medien noch für seinen freundlichen Empfang von Asylanten gelobt wurde.

Die Ybbstalbahn geht wieder in Betrieb!

Na ja, glaubt ihr das wirklich?

Vor der letzten Wahl lud Erwin Pröll die YBT-Befürworter ein, um über die Wiederinbetriebnahme der Bahn als Tourismusbahn zu reden. Kurz darauf kamen ein Haufen Artikel heraus, dass die Bahn bald wieder fährt usw. usw.

Ich bin jetzt der Spielverderber: Es wird so wohl nicht kommen.
Aussagen von Politikern knapp vor der Wahl kann man meist vergessen. Da geht es um Stimmenfang und um sonst nichts. Und jeder kann sich an div. Aussagen von Erwin Pröll zu den Bahnen erinnern. Wie viele wurden gehalten? Na? Eben.
In fast allen Gemeinden des Ybbstal verlor zwar die ÖVP. Aber an wenn gingen die Stimmen hauptsächlich? Grüne? Ganz, ganz wenig. SPÖ? Nein. Frank Stronach? Ganz genau. Es gewannen also nicht die bahnbefürwortenden Parteien, sondern andere. Ergebnis für einen Politiker? Die Bahn hatte wenig Auswirkungen und wird bis zur nächsten Wahl überhaupt kein Thema mehr sein.
Die bestimmenden Politiker wurden wiedergewählt. Vor kurzem gab es schon Jubelmeldungen, ein Bahngegner kommt nicht in den Landtag. Tut leid, er ist drinnen.

Es wird sich also nichts ändern und die ÖVP kann jetzt von einer Stärkung ihrer Linie ausgehen und in ein paar Jahren ist es jedem egal ob dort jemals eine bahn fuhr.

Eis auf der Oberleitung, ein paar Ergänzungen

Drüben am Lokalbahnhof wurde ganz gut beschrieben, warum Gleichstrombahnen bei Eis auf der Oberleitung nicht so gut fahren können.
Als alter Gleichstrombahner ein paar Ergänzungen dazu:

  • Das Wetter: Nicht nur Eisregen ist problematisch, auch schon eine feuchte Witterung kann mit entsprechenden Temperaturen kann zu Problemen führen. Das ist jedoch sehr stark von den lokalen Gegebenheiten abhängig.
  • Der zweite Bügel als Abhilfe: Oft haben Fahrzeuge zwei Bügel, wobei dann bei entsprechend vereister Fahrleitung der erste das Eis abschabt, der zweite den Strom abnimmt. In früheren Zeiten war da schon mal erfinderisch. Da man keinen zweiten Bügel hatte, stieg ein Bahnmitarbeiter mit einer langen Holzstange aufs Dach des Triebwagens. Während der Fahrt hielt er die Holzstange an die Fahrleitung und befreite diese so vom Eis.
  • Schmieren gegen Eis: Um zu verhindern, dass sich Eis auf der Fahrleitung anlegt kann man diese mit einem speziellen Schmiermittel behandeln. Dabei befährt ein speziell ausgerüstetes Fahrzeug die Strecke und bringt das Mittel über einen eigen Bügel auf. Hier kann man so ein Fahrzeug sehen, der vordere Stromabnehmer ist der Schmierbügel. Aus was das Mittel genau besteht, das weiß ich leider nicht. bei uns fährt der Schmierbügel bei entsprechender Witterung vor Betriebsbeginn die Strecke ab, das Mittel hält dann ein paar Tage. Durch diese Maßnahme sind Ausfälle sehr, sehr selten.
  • Die Fahrleitung heizen. Das ist jetzt kein Witz, das gibt es wirklich. Hier kann man was über die Heizung der Pöstlingbergbahn lesen. Und auch hier war man früher erfindungsreich. An einem Ende die Fahrleitung kurzschliesen und dann einschalten. der Fahrdraht heizt sich durch den Kurzschluss auf und das Eis ist weg. heute aber nicht mehr möglich.

Wer hat den Größten? Ein unfairer Vergleich.

Immer wieder kommt die Frage auf, welches Eisenbahnunternehmen denn das größte ist. Nun, eigentlich ganz einfach, jedes. Wenn man die Unternehmen fragt.
In Zuge der Vorbereitung eines Vortrags habe ich mich auf die Suche nach Daten gemacht, um diese Frage zu beantworten.
Das erste Problem war aber, dass die interessanten Daten (also z. B. Personenkilometer) die einen guten Vergleich möglich machen nicht auffindbar sind. Also musste ich sekundäre Daten suchen um daraus etwas zu stricken.
Problem dabei war das diese tlw. aus verschiedenen Jahren stammten. Das ist bei der Streckenlänge zwar wurscht, aber beim Personalstand nicht mehr.
Der Personalstand ist dabei das nächste Problem. Bei einigen Unternehmen (z. B.) der Westbahn gibt es nur das Kernpersonal, bei anderen gibt es auch Werkstättenleute, Oberbaumitarbeiter,… die auch eingerechnet sind. Eine Aufschlüsselung zu finden ist aber unmöglich. Am besten sieht man das bei der Stubaitalbahn, dort musste ich den Personalstand der IVB nehmen. Nur werden nicht mehr als 400 Leute für die Linie arbeiten.
Und zu guter Letzt: Unternehmen frisieren die öffentlichen Zahlen. So weiß ich in einem Fall das dort die Fahrgastzahlen sehr “positiv gerechnet” sind, was zu einem guten Platz führt.
Deswegen ist es nur ein etwas unfairer Vergleich.
In diesem Vergleich kommen auch nur Unternehmen mit Sitz in Österreich vor, deswegen sind Raaberbahn, BLB und DB Regio nicht angeführt. Auch vergleiche ich nur Unternehmen mit Personenverkehr, Güterbeförderer sind noch schwieriger zu fassen.
Also schauen wir uns einmal die Hauptabelle an:

Anhand dieser Zahlen kann jetzt jeder verschiedene Bewertungen vornehmen, ich verzichte darauf.

Sollte ich noch genauere Daten finden, passe ich die Statistik an.