Die Berliner Mauer steht jetzt in Österreich

Kurzer Weihnachtsbesuch in meiner alten Heimat. In dieser Stadt fährt die Bahn quer durch. Aufgrund der Gesetzgebung in Österreich muss ein Lärmschutz gegeben sein, also Lärmschutzwände aufstellen. Jetzt wirkt das ganze wie die Berliner Mauer. Fehlen nur noch ein paar schicke Wachtürme und passt.
Natürlich ist die Aufregung groß, das Stadtbild wird ja verschandelt. Schuld ist jetzt natürlich die ÖBB für alle. Aber so einfach ist es nicht.
Jahrelang war es Praxis billige Grundstücke entlang der Bahn (Autobahn, Flughäfen,…) zu erstehen, Häuser zu bauen und dann ein paar Jahre später Lärmschutzmaßnahmen zu fordern. Darauf hat der Gesetzgeber reagiert und stellt nun hohe Ansprüche die man nun durchsetzt. Und nun regen sich die Leute, die den Lärmschutz gefordert haben, über den Lärmschutz auf.

Aber die Bahn ist schuld.

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Weihnachten

Nach dem Streß der Weihnachtsfeiern, Besorgungen,… beginnt nun die ruhige Zeit. Es sind Ferien und die Leute fahren weniger, weil auch in vielen Betrieben nicht gearbeitet wird. Bis 15 oder 16 Uhr ist es am 24.12. sehr stressig, danach man mit dem Zug oft sehr alleine unterwegs. Deswegen wird auf vielen Bahnen auch der Betrieb schon früher eingestellt, damit auch das Personal Weihnachtenfeiern kann.

Also nicht ärgern wenn heute der letzte Zug schon früher fährt. Es hat einen guten Grund.

Frohe Weihnachten!

Schnee und Schäden

Schnee verursacht manchmal Schäden. Nona werden jetzt viele sagen, man rutscht aus, Äste brechen unter der Last herunter usw. usw.
Aber es gibt auch andere Schnee bedingte Schäden. Motorschäden treten immer wieder auf. Wenn die Motoren luftgekühlt sind, saugen sie die Luft teilweise außen an und blasen sie über die Wicklungen. Wenn nun Schnee angesaugt wird schmilzt dieser im Inneren und verursacht Kurzschlüsse. Abhilfe sind Abscheider, Wärmetauscher, Filtermatten. Nur oft hilft das auch nichts, weil die Fahrzeug dafür nicht geeignet sind. Da hilft dann nur Beten.
Wenn Schnee sich zu Eisklumpen verfestigt, wird er teilweise hart wie Stein. Vor kurzem kamen einige dieser Klumpen zwischen Bahnsteigkanten und Fahrzeug. Die Schürze des Drehgestells sah danach wie mit einem schweren Hammer bearbeitet aus.

Die blutende Frau

Vor einiger Zeit führten wir umfangreiche Testfahrten mit einem Fahrzeug durch. Dabei kamen wir in einer Haltestelle längere Zeit zum stehen. Aus technischen Gründen mussten wir das Fahrzeug immer wieder ein paar Meter vor und zurück bewegen. Ich stand dabei die ganze Zeit außerhalb und unterhielt mich mit ein paar Anrainern.
Auf einmal sah ich eine Frau, die recht unsicher auf das Fahrzeug zu ging, sich daran festhielt bzw. anlehnte und an die Scheiben klopfte. Ich rief ihr z,u doch zurück zu treten, da das keine Fahrgastfahrt wäre und das Fahrzeug sich jederzeit in Bewegung setzen könnte. Sie dreht sich um, deute etwas mit der Hand und setzte sich in das Haltestellenhäuschen.
Aus irgendeinen Grund ging ich hin und schaut nach ob ich ihr helfen könnte. Sie saß auf der Bank und das Gesicht war voll mit getrockneten Blut. Ich fragte sie was passiert war, aber sie erklärte mir nur, dass sie nach hause in den Nachbarort wolle. Dabei wirkte sie sehr verwirrt. Ich bot an die Rettung zu rufen, was sie energisch ablehnte. Sie wollte nur nach Hause und wenn kein Zug käme, dann halt mit einem Taxi. Mehrmals versuchte ich sie zu überreden doch lieber die Rettung zu verständigen, sie beharrte auf einem Taxi. Das ich dann auch rief.
Als das Taxi eintraf, sprach den Taxler an und fragte ihn, ob er denn die Frau wirklich mitnehmen wolle und ob es denn nicht besser wäre die zu rufen. Er zuckte die Schultern, lud die Frau ins Auto und fuhr ab.

Bis heute weiß ich nicht was mit der Frau passiert ist, wie sie zu dem blutigen Gesicht gekommen ist. Ich habe sie auch nie wieder gesehen und Kollegen aus dem Fahrdienst auch nicht. In diesem Beruf erlebst du immer wieder bizarre Geschichten, aber nie den Ausgang.

Fahrplanwechsel oder: Wie entsteht ein Fahrplan?

Am Wochenende ist wieder einmal Fahrplanwechsel. Und wie jedes Jahr werden tausende Menschen überrascht sein, dass auf einmal Züge, Busse usw. anders verkehren.

Wie entsteht aber so ein Fahrplan?

Die ersten Planungen beginnen mehrere Jahre vor der geplanten Umsetzung. Aufgrund der vorhanden Infrastruktur werden Fahrplanmodelle entwickelt. Danach wird ein (besseres) Fahrplanmodell definiert und daraus abgeleitet was an der Infrastruktur zu machen ist, um es umzusetzen. Dies wird dann mit Ländern und/oder dem Bund abgestimmt. Wenn es angenommen wird, setzen Bautätigkeiten ein.

Etwa ein Jahr vor der Umsetzung werden die Fahrpläne noch mal mit den Bestellern (meist den Ländern) verhandelt. So bald hier ein Grobentwurf fertig ist, wird mit Hilfe dieses Enwurfs die Anschlusskoordination mit anderen Bahnen und Bus durchgeführt. Danach wird wieder verhandelt, nachgebessert und wieder neu koordiniert.

Das Spiel geht bis etwa Ende September, hier wird begonnen die Daten an die Fahrplanauskünfte (Kursbuch usw.) zu übermitteln. Natürlich werden kontinurlich Nachbesserungen durchgeführt. In dieser Zeit werden auch die neuen Dienstpläne verahndelt und erstellt.

Spätestens Anfang November wird begonnen die Aushänge und dienstlichen Unterlagen zu erstellen. Etwa 1-2 Wochen vor Fahrplanwechsel werden diese Dinge an die Dienststellen übermittelt und ausgegeben.

So einfach ist also ein Fahrplanwechsel. Im Prinzip kann man sagen, dass gut 1-2 Monate nach Wechsel schon wieder die Vorbereitung des nächsten beginnt. Deswegen ist es wichtig, wenn man Wünsche hat diese rechtzeitig einzubringen. Und zwar nicht im Oktober, sondern schon im Februar oder März. Denn später ist der Zug meist schon abgefahren.