Der Kuchen der alten Dame

Ein Vorteil bei einer kleinen Bahn ist, dass man einen direkten Kontakt mit den Leuten hat.

In meiner Einschulungszeit als Triebfahrzeugführer stieg eines Tages eine ältere Dame ein, die jeden zweiten Tag mit dem Zug einkaufen fuhr. Von ihr wurde sofort registriert, dass da ein Neuer im Zug sitzt, was dazu führte, dass mein Lehrlokführer verhört wurde, wer ich sei und was ich hier mache. Nach dem alle Fragen zu frieden stellend  beantwortet wurden, bekam ich eine Belehrung, wann die Dame mit dem Zug fährt, wohin, usw. Bei der Rückfahrt vom Einkauf kam sie vor ihrer Ausstiegsstation noch mal zu uns und fragte wann wir das nächste Mal vorbei kämen und lobte noch meine Fahrweise.

Eine gute halbe Stunde später trafen wir uns wieder in der Haltestelle. Durch das Führerstandsfenster reichte sie uns zwei Kuchen herein. Dabei betonte sich noch mehrmals was für zwei brave „Buam““ wir doch wären. In der nächsten Pause liessen  wir uns den Kuchen dann schmecken.

Leider überwiegt jetzt wieder die Büroarbeit, Kuchen sind da eher selten.

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