Die alten Fahrzeuge

Zum Glück komme ich zur Abwechslung jetzt wieder etwas zum Zugfahren. Diese Woche darf ich den ganzen Tag mit einem 90 Jahre alten Triebwagen Shutteldienst bei einer Veranstaltung fahren, in 3 Wochen eine Hochzeitsgesellschaft in einem Nostalgiezug kutschieren. Solche Einsätze machen dann doch viel Spaß, vorallem weil wesentlich entspannter sind als Planzüge. Wichtig ist aber bei den alten Fahrzeugen, dass man mit Gefühl fährt. Zwar sind die Fahrzeuge von früher wesentlich primitiver, aber auch anfälliger. Wo heute sofort die Elektronik eingreift um Fehlhandlungen zu verhindern, gibt es nur das Gefühl des Lokführers.
So löst bei einem modernen Triebwagen die Bremse beim Anfahren automatisch, also macht er im Prinzip geht alles von selbst.
Beim Anfahren mit dem alten Fahrzeugen ist es etwas komplexer:
Der Triebwagen wird mit der Vakuumbremse zum Stillstand gebracht, dann die Handbremse angezogen und dabei gleichzeitig die Vakuumbremse wieder gelöst. Sobald die Abfahrtszeit erreicht ist, schaltet man auf die erste Stufe am Fahrschalter und löst dabei langsam wieder Handbremse.
Das ganze im Stehen und mit vollen Körpereinsatz. Der linke Arm ist immer am Fahrschalter, der rechte bedient die Bremsen sowie den Sander. Linker Fuß ist das Standbein und betätigt gleichzeitig die Sicherheitsfahrschaltung sowie das Fernlicht, mit dem Rechten wird das Horn bedient.
Wenn man jetzt das Fernlicht schalten möchte, wechselt man schnell das Standbein auf rechts, drückt auf den Schalter und steigt wieder um.
Das kann zu einer stressigen Turnübung werden, wenn man andauernd umsteigen und oft anhalten muss. An einem warmen Tag verliert man locker ein paar Kilo nur durch das Schwitzen.
Aber schön ist es.

Advertisements