Ein Fahrgast ist kein Mensch

Ja, ist wirklich so, willkommen in der wundersamen Welt der Fahrgastzahlen.

Anlass war ein Artikel im Standard. Dort wurde geschrieben, dass zum chinesischen Neujahr rund 1,4 Mrd. Menschen verreisen. Aber halt, China hat doch nur 1,3 Mrd Einwohner, wie geht denn das?
Nun, wie gesagt, ein Fahrgast ist kein Mensch, ein Fahrgast ist eine Fahrt.
Ein Beispiel:
Fahre ich einmal im Jahr von Wien nach St. Pölten, bin ich ein Fahrgast.
Kaufe ich mir eine Jahreskarte Wien – St. Pölten bin ich 500 Fahrgäste.
Man geht davon aus, dass ein Jahreskartenbesitzer im Schnitt an 250 Werktagen im Jahr hin- und retour fährt, also 500 Fahrgäste erzeugt.
Als Richtwerte kann man ansetzen:
1 Einzelfahrschein = 1 Fahrgast
1 Tageskarte = 2 Fahrgäste
1 Wochenkarte = 10 Fahrgäste
1 Monatskarte = 40 Fahrgäste
1 Jahreskarte = 500 Fahrgäste

Man benötigt diese Daten für mehrere Sachen: zur Abrechnung zwischen Unternehmen, Verbünden, …, zur Belastung der Strecke, Züge, … und natürlich um angeben zu können wieviele Personen im Jahr in den Zügen sind.

Natürlich könnte jetzt viel getrickst werden, damit die Bahnlinie gut da steht und viel Geld bekommt. Dazu werden Vergleichszählungen durchgeführt, das heißt an bestimmten Tagen wird gezählt und hochgerechnet ob es plausibel ist. Und das ist es (fast) immer.

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