Wieder in der Arbeit und eine Reise 1. Klasse

Endlich wieder in der Arbeit. Diese Woche bin ich in Wien auf einer Konferenz, werde also wiederum nicht so viel zum Schreiben kommen. Ich darf auf dieser Konferenz auch einen Vortrag halten. Wir sicher spannend.

Da es sich um eine Dienstreise handelt, werde ich gemütlich reisen und zwar in der 1. Klasse der ÖBB. Wieder keine Chance die Westbahn zu testen. 🙂

Wie kommen die (Privat-)Bahnen eigentlich zu ihrem Geld?

Man hört immer die Bahn ist ein Gebiet, wo der Staat viel hineinstecken muss. Das stimmt, gilt aber auch für die Straße. Ich möchte mich jetzt aber nicht auf diese endlosen Disskusionen einlassen.
Ich möchte kurz erläutern wie die (personenbefördernden) Privatbahnen vom Staat unterstützt werden. Auf was ich nicht eingehe ist die ÖBB (zu kompliziert) oder Güterverkehrsunternehmen bzw. die WESTbahn (kriegen keine/kaum Förderungen).
Es ist eigentlich sehr kompliziert, aber ich versuch es kurz und einfach darzustellen.
Die Privatbahnen bekommen für zwei verschiedene Gebiete Förderungen (und diese dürfen nicht gemischt werden!):

    1.) Für ihre Infrastruktur

Die Eisenbahnunternehmen machen einen Vorschlag wieviel Geld sie für Instandhaltung und Ausbau ihrer Infrastruktur (also Gleisanlagen, Hochbauten,…) in den nächsten 5 Jahren benötigen, sogenannte Mittelfristige Investitionsprogramme (MIP). Dieser Vorschlag wird dann den Beamten des Bundes und des jeweiligen Landes vorgelegt. In langen Verhandlungen wird dann das endgültige Pakete zwischen den 3 Partnern ausgehandelt. Wenn das abgeschlossen ist, wird das MIP in den Regierungen und danach in den Parlamenten bzw. Landtagen beschlossen.
Die Kostenteilung zwischen Land und Bund beträgt hier meist 50:50.
Wie so etwas genau aussieht kann man anhand dieser Vertragsentwürfe recht gut sehen.

    2.) Für den Betrieb

Beim Betrieb der Bahn (also Zugfahrten usw.) sieht es etwas anders aus. Am Anfang bestellt der Bund ein sogenanntes Grundangebot, z. B. einen 2 Stundentakt auf einer Strecke. Dazu wird mit dem Eisenbahnunternehmen ein Vertrag geschlossen. Dieser regelt alles vom Personal, Fahrzeuge,… und wird auf 10 Jahre abgeschlossen.
Wenn ein Bundesland jetzt findet, ein 2 Stundentakt ist zu wenig, kann es noch zusätzliche Leistungen dazu bestellen, z. B. das aus dem 2 Stundentakt ein 1 Stundentakt wird.
Natürlich können aber auch Gemeinden, Verbände oder sogar Privatpersonen noch zusätzliche Leistungen mittels Verträgen bestellen.
Wie so ein Vertrag aussehen kann, sieht man hier.

Das ist jetzt das ganze kurz gerafft, wie die (Privat-)Bahnen zu ihrem Geld kommen. Also die Förderungen. Denn es gibt noch einen Weg. Die meisten „Privatbahnen“ gehören dem Bund oder Ländern. Sollten sie Verlust machen, gleicht der Eigentümer natürlich aus. So einfach geht das.

175 Jahre Eisenbahn in Österreich

Die Eisenbahn in Österreich wird 175 Jahre alt. Als Startpunkt gilt dabei der erste Dampfzug auf der Nordbahn.
Tja, deswegen gibt es auch eine Homepage dazu:
http://www.bahn-fuer-oesterreich.at/. Sie wurde von einer Werbeargentur im Auftrag des BMVIT erstellt und sammelt Termine, Beiträge usw. zum Jubiläum. Nichts aufregendes, aber etwas zum Einlesen wenn man will. Ein paar Beiträge habe ich übrigens selbst verfasst.

Die Feierlichkeiten sind leider ein riesen Durcheinander. Es gab zwar Versuche das zu koordinieren, aber mehr als ein gemeinsamer Kalender wurde nicht geschafft.
Nur als Beispiel: Vor einiger Zeit habe ich einige Vereine angeschrieben, ob man nicht an deren Veranstaltungen mit ein paar Fahrzeugen teilnehmen dürfte. Den Vereinen würden daraus keine Kosten entstehen, wir wollten einfach mal was besonderes machen. Von keinem einzigen Verein erhielt ich je eine Antwort. Schade, finde ich, so kann man Initiativen natürlich auch umbringen.

Urlaub vorbei, dafür Krankenstand

Tja, so kann es gehen. Da hat man einen schönen Urlaub und wenn man zurück kommt beginnen die Schmerzen im Bein. Nachdem ich fast nicht auftreten konnte überwand ich mich dann doch und ging zum Arzt, der eine Thrombose (hoffentlich richtig geschrieben) bei mir festgestellt hat. Deswegen bin ich jetzt mal im Krankenstand.
Leider kann ich deswegen auch nicht mit meiner Signalserie weitermachen, da ich den Rechner mit den Unterlagen zur Verfügung habe. Ich werde deswegen ein paar Sachen vorziehen müssen. Seit gespannt.

Blogpause

Auch ein Mitarbeiter der Bahn muß ab und zu mal erholen. Und deswegen bin ich jetzt mal für etwa 11 Tage hier.
Einstweilen gebe ich an einen Lokführerkollegen ab, der auch ein sehr interessantes Blog hat:
http://blog.wanisbunes.eu/
Reinschauen lohnt sich.

Nach meinem Urlaub gibt es wiederum ein paar spannende Themen. Es geht weiter mit der kleinen Signalkunde, ich möchte etwas näher auf die Finanzierung der Privatbahnen eingehen und ein paar Gedanken zu div. Websites habe ich auch.

Also, bis die Tage!

Obdachlose in ÖBB-Bahnhöfe? Keine gute Idee.

Derzeit gibt es ja wegen der Kälte Diskussionen, ob die ÖBB nicht die Bahnhöfe für die Obdachlosen öffnen könnte.
Ich halte das für keine gute Idee. Ich kenne persönlich einige Personen die sehr engagiert auf diesem Gebiet sind, traue mich also etwas mitzureden.

  1. Sind Obdachlose nicht immer die einfachen Personen wie viele denken. Es handelt sich oft um Süchtige, Personen mit psychischen Erkrankungen, … Die Betreuung solcher Leute gehört in die Hände von Personen die sich damit auskennen. ÖBB-Personal, Wachdienst,… sind dafür nicht ausgebildet und wären schnell überfordert.
  2. Gibt es in vielen Bahnhöfen nicht wirklich geeignet sanitäre Einrichtungen. Natürlich gibt es Klos, keine Frage. Aber sind diese oft kostenpflichtig, liegen eher abgelegen,… Duschmöglichkeiten oder ähnliches ist sowieso nicht vorhanden.
  3. Es gibt keine wirklichen Schlafplätze. Betten stehen halt nicht auf Abruf bereit und sollen die Leute dort am kalten Boden schlafen?
  4. Auf den Bahnhöfen sind oft Geschäfte. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Ladenbesitzer sich da nicht wohl fühlen, wenn über Nacht Obdachlose sich dort herumdrücken und werden gewisse Sicherheiten verlangen.
  5. Haftungsrechtlich ist es auch nicht so einfach. Bahnhöfe sind keine Unterbringungsorte, was ist wenn dort z. B. ein Feuer ausbricht, weil jemand mit einer Zigarette eingeschlafen ist? Was ist wenn ein Obdachloser betrunken wo hinunterfällt?

Was also tun? Der ÖBB das umzuhängen ist keine gute Idee. Am besten wäre es, alle die jetzt fleißig auf Facebook „Gefällt mir“ drücken, spenden stattdessen an die Notschlafstellen. Diese richten nämlich bei kalten Wetter zusätzliche Schlafplätze ein und kümmern sich das ganze Jahr um die Obdachlosen. Die haben auch das Know-how mit solchen Leuten um zu gehen.