Obdachlose in ÖBB-Bahnhöfe? Keine gute Idee.

Derzeit gibt es ja wegen der Kälte Diskussionen, ob die ÖBB nicht die Bahnhöfe für die Obdachlosen öffnen könnte.
Ich halte das für keine gute Idee. Ich kenne persönlich einige Personen die sehr engagiert auf diesem Gebiet sind, traue mich also etwas mitzureden.

  1. Sind Obdachlose nicht immer die einfachen Personen wie viele denken. Es handelt sich oft um Süchtige, Personen mit psychischen Erkrankungen, … Die Betreuung solcher Leute gehört in die Hände von Personen die sich damit auskennen. ÖBB-Personal, Wachdienst,… sind dafür nicht ausgebildet und wären schnell überfordert.
  2. Gibt es in vielen Bahnhöfen nicht wirklich geeignet sanitäre Einrichtungen. Natürlich gibt es Klos, keine Frage. Aber sind diese oft kostenpflichtig, liegen eher abgelegen,… Duschmöglichkeiten oder ähnliches ist sowieso nicht vorhanden.
  3. Es gibt keine wirklichen Schlafplätze. Betten stehen halt nicht auf Abruf bereit und sollen die Leute dort am kalten Boden schlafen?
  4. Auf den Bahnhöfen sind oft Geschäfte. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Ladenbesitzer sich da nicht wohl fühlen, wenn über Nacht Obdachlose sich dort herumdrücken und werden gewisse Sicherheiten verlangen.
  5. Haftungsrechtlich ist es auch nicht so einfach. Bahnhöfe sind keine Unterbringungsorte, was ist wenn dort z. B. ein Feuer ausbricht, weil jemand mit einer Zigarette eingeschlafen ist? Was ist wenn ein Obdachloser betrunken wo hinunterfällt?

Was also tun? Der ÖBB das umzuhängen ist keine gute Idee. Am besten wäre es, alle die jetzt fleißig auf Facebook „Gefällt mir“ drücken, spenden stattdessen an die Notschlafstellen. Diese richten nämlich bei kalten Wetter zusätzliche Schlafplätze ein und kümmern sich das ganze Jahr um die Obdachlosen. Die haben auch das Know-how mit solchen Leuten um zu gehen.

 

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