Wer hat den Größten? Ein unfairer Vergleich.

Immer wieder kommt die Frage auf, welches Eisenbahnunternehmen denn das größte ist. Nun, eigentlich ganz einfach, jedes. Wenn man die Unternehmen fragt.
In Zuge der Vorbereitung eines Vortrags habe ich mich auf die Suche nach Daten gemacht, um diese Frage zu beantworten.
Das erste Problem war aber, dass die interessanten Daten (also z. B. Personenkilometer) die einen guten Vergleich möglich machen nicht auffindbar sind. Also musste ich sekundäre Daten suchen um daraus etwas zu stricken.
Problem dabei war das diese tlw. aus verschiedenen Jahren stammten. Das ist bei der Streckenlänge zwar wurscht, aber beim Personalstand nicht mehr.
Der Personalstand ist dabei das nächste Problem. Bei einigen Unternehmen (z. B.) der Westbahn gibt es nur das Kernpersonal, bei anderen gibt es auch Werkstättenleute, Oberbaumitarbeiter,… die auch eingerechnet sind. Eine Aufschlüsselung zu finden ist aber unmöglich. Am besten sieht man das bei der Stubaitalbahn, dort musste ich den Personalstand der IVB nehmen. Nur werden nicht mehr als 400 Leute für die Linie arbeiten.
Und zu guter Letzt: Unternehmen frisieren die öffentlichen Zahlen. So weiß ich in einem Fall das dort die Fahrgastzahlen sehr „positiv gerechnet“ sind, was zu einem guten Platz führt.
Deswegen ist es nur ein etwas unfairer Vergleich.
In diesem Vergleich kommen auch nur Unternehmen mit Sitz in Österreich vor, deswegen sind Raaberbahn, BLB und DB Regio nicht angeführt. Auch vergleiche ich nur Unternehmen mit Personenverkehr, Güterbeförderer sind noch schwieriger zu fassen.
Also schauen wir uns einmal die Hauptabelle an:

Anhand dieser Zahlen kann jetzt jeder verschiedene Bewertungen vornehmen, ich verzichte darauf.

Sollte ich noch genauere Daten finden, passe ich die Statistik an.

Die neuen Ansagen der Wiener Linien

Die Wiener Linien haben nun neue Ansagen mit einer neuen Sprecherin gemacht, erste Ausschnitte davon sind jetzt im Netz zu finden.

Vorher noch kurz Theorie: Es gibt im Prinzip 3 Möglichkeiten für Ansagen:

  • Echter Sprecher, aber zusammengesetzte Ansage:
    Das verwenden die Wiener Linien oder die ÖBB mit der Chris Lohner. Hier spricht der Sprecher nur Fragmente ein, die dann zu Ansagen zusammengesetzt werden. Vorteil sind das ein Mensch spricht und das nicht viel Studiozeit draufgeht, also sie leicht anpassbar sind. Nachteil ist aber, wenn die Ansagenfragmente nicht gut aufeinander abgestimmt sind, sie leicht holprig klingen.
  • Computerstimme die die Texte vorliest:
    Hier „liest“ ein Computer den vorgeschrieben Text vor, die ÖBB verwenden das z. B. auf den Bahnhöfe in den BFZ-Bereichen Das ist flexibelste System, es wird kein Mensch benötigt. Aber es klingt sehr unnatürlich.
  • Ein Mensch spricht alle Texte vollständig ein:
    Das ist am aufwändigste System. Bei jeder Änderung muss der text vollkommen neu gesprochen werden, also geht viel Studiozeit drauf. Dafür klingen die Ansagen sehr natürlich, da die Sätze vollständig gesprochen werden.

So, zurück zu den Wiener Linien. Wer sich die Beispiele anhören will, der lade sich die Ansagen hier runter:

http://f59.at/Westbahnhof-U3.mp3
http://f59.at/Spalt.mp3
http://f59.at/Stoerung-U1.mp3

Mir gefallen sie nicht wirklich. Die Stimme ist ok, auch die verschiedenen Gongs (Gönge?) für die Ansagekategorien sind eine gute Idee.

Nehmen wir die Ansage für den Westbahnhof. Die Umsteigeansage ist eine wilde Aneinanderreihung der Linien. Zwischen „Umsteigen zu“ und den Linien fehlt ein Wort. Nämlich „den Linien“.

Die Ansage der Linie ist zu schnell, auch kommen mir die Pausen zwischen den Linien sehr unregelmäßig vor.

Dann folgt „S-Bahn, Regionalzüge, Fernzüge, Flughafenbus“. Das klingt sehr holprig. Da gehört ein „und“ oder irgendwas rein was verbindet.

Die englische Ansage wirkt dann sehr angehängt und unrund.

Die Ansage für die Störung ist für mich einfach zu lange und zu „verschwurbelt“. Da wären   sicher einfache Texte möglich gewesen. „Liebe Fahrgäste“ finde ich auch nicht so toll. Es ist zu vertraut, was vielen Leuten nicht gefällt. Hier wären die „Sehr geehrten Fahrgäste“ immer noch besser.

Über die Spaltansage sag ich besser nix.

Aber was denken die werten Leser über diese Ansagen?