Eis auf der Oberleitung, ein paar Ergänzungen

Drüben am Lokalbahnhof wurde ganz gut beschrieben, warum Gleichstrombahnen bei Eis auf der Oberleitung nicht so gut fahren können.
Als alter Gleichstrombahner ein paar Ergänzungen dazu:

  • Das Wetter: Nicht nur Eisregen ist problematisch, auch schon eine feuchte Witterung kann mit entsprechenden Temperaturen kann zu Problemen führen. Das ist jedoch sehr stark von den lokalen Gegebenheiten abhängig.
  • Der zweite Bügel als Abhilfe: Oft haben Fahrzeuge zwei Bügel, wobei dann bei entsprechend vereister Fahrleitung der erste das Eis abschabt, der zweite den Strom abnimmt. In früheren Zeiten war da schon mal erfinderisch. Da man keinen zweiten Bügel hatte, stieg ein Bahnmitarbeiter mit einer langen Holzstange aufs Dach des Triebwagens. Während der Fahrt hielt er die Holzstange an die Fahrleitung und befreite diese so vom Eis.
  • Schmieren gegen Eis: Um zu verhindern, dass sich Eis auf der Fahrleitung anlegt kann man diese mit einem speziellen Schmiermittel behandeln. Dabei befährt ein speziell ausgerüstetes Fahrzeug die Strecke und bringt das Mittel über einen eigen Bügel auf. Hier kann man so ein Fahrzeug sehen, der vordere Stromabnehmer ist der Schmierbügel. Aus was das Mittel genau besteht, das weiß ich leider nicht. bei uns fährt der Schmierbügel bei entsprechender Witterung vor Betriebsbeginn die Strecke ab, das Mittel hält dann ein paar Tage. Durch diese Maßnahme sind Ausfälle sehr, sehr selten.
  • Die Fahrleitung heizen. Das ist jetzt kein Witz, das gibt es wirklich. Hier kann man was über die Heizung der Pöstlingbergbahn lesen. Und auch hier war man früher erfindungsreich. An einem Ende die Fahrleitung kurzschliesen und dann einschalten. der Fahrdraht heizt sich durch den Kurzschluss auf und das Eis ist weg. heute aber nicht mehr möglich.