Asylanten in Lauffen und derStandard dazu….

Heut mal was anderes.
Der Standard (die Zeitung die ich hauptsächlich lese) hat einen Artikel veröffentlich, dass in Bad Ischl, also im Ortsteil Lauffen ein Heim für 22 jugendliche Asylwerber verhindert wurde. In der Postinggemeinde des Standards griff sofort der Beisreflex gegen die Einwohner.
In der ersten Version war der Artikel sogar sehr manipulativ verfasst, aber das wurde tlw. geändert. So war am Anfang nur von dem 14.000 Einwohnern von Bad Ischl die Rede, aber nichts genaues zu Lauffen. Was ist diese Laufen jetzt wirklich:
Lauffen hat 213 Einwohner laut Wikipedia. Es gibt in diesem Ortsteil keine Schule, kein Geschäft gar nichts, in der Wikipedia wird betont das es gelungen ist die Bahnhaltestelle zu retten. An dieser halten alle 2 Stunden Regionalzüge der ÖBB, an Werktagen verkehrt außerdem von zirka 06:30 bis 18:00 unregelmäßig die Buslinie 542, an Sonntagen fährt der Bus jedoch nur einmal.
In die nächsten Ortszentren (Ischl bzw. Bad Goisern) sind es rund 5,5 bzw. 4 km, also schon ein kleiner Spaziergang.

Im Grunde hat die Bevölkerung also den Forderungen der Votivkirchenaktivsten entsprechend gehandelt. Denn diese haben verlangt:

Keine Verschickung an entlegene Orte, sondern eine den individuellen Bedürfnissen entsprechende Unterbringung in städtischer Umgebung.

Im Grunde macht wird hier den Leuten etwas zum Vorwurf gemacht, was auf der anderen Seite wieder gefordert wird.

Und seien wir ehrlich, ist ein 200 Seelenkaff wirklich der richtige Unterbringungsort für jugendliche Asylanten? Selbst wenn es nur kurzfristig ist? Wo als einzige Freizeitbeschäftigung nur das herumsitzen übrig beleibt weil es kaum Möglichkeiten gibt wegzukommen oder etwas zu erleben? Wo eine „Aufstockung“ der Bevölkerung um rund 10% wohl nicht unproblematisch ist?

Wieso wurde aber auch im Standard so berichtet? Ging es darum das Klischee des ausländerfeindlichen Landbewohners zu erfüllen? Die Postings deuten darauf hin.

Kurios ist ja an der ganzen Sache, das vor einigen Monaten Bad Ischl in den Medien noch für seinen freundlichen Empfang von Asylanten gelobt wurde.

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Keine Vorteilscard für Journalisten mehr? Auf zum Kampf!

Ich habe ja in den letzten Tagen Beispiel für „kompetente“ Artikel zum Thema Bahn gebracht. Jetzt wurde ja den Journalisten im Zuge der Diskussionen um Anfütterung usw. von der ÖBB die Vergünstigungen für Journalisten gestrichen. Und natürlich reagiert die Presse total entspannt und sehen den Schritt ein. Denn die Presse soll ja unabhängig berichten und sich nicht durch Zuwendungen beeinflussen lassen, oder?

Von allen anderen Journalisten werden sich die ÖBB in Zukunft jedenfalls strengere Berichterstattung erwarten dürfen. Besonders über die lukrative Zusammenarbeit der ÖBB mit der Politik, über die unsozialen Sonderkonditionen für ÖBB-ler und über die jährlichen milliardenschweren Staatszuschüsse, ohne welche die ÖBB nicht lebensfähig wären.

Quelle
Also dieser „Journalist“ droht offen damit, jetzt strenger mit der ÖBB umzugehen, weil die VC gestrichen wurde. AUf gut Deutsch, er gibt offen zu sich durch Zuwendungen positiv beinflussen zu lassen…

Journalisten dürfen neue Pendlerzüge finanzieren

Quelle
behauptet ein Tiroler „Bahnjournalist“, der hauptsächlich in einem Internetforum einen persönlichen Kampf mit dem ÖBB-Pressesprecher führt.
Dabei unterstützt ihn der Leiter (und anscheinend einziger Mitarbeiter) des „Dokumentationszentrums für Europäische Eisenbahnforschung“, der auf seiner Homepage unter anderem Leute feiert die offen in Züge pinkeln:

Da der Schaffner keine Lösung anbieten konnte und sich zurückzog und Not bekanntlich (früher) keine Bahnhöfe kannte und heute keine defekten geschlossenen WC´s, blieb meinem Kollegen und sicher auch anderen Reisenden keine andere Option, als in den Stufenbereich der Aussentüren zu urinieren.

Quelle, Formatierung übernommen

Im Standard stehen regelmäßig interessante Artikel, die am Sachverstand des Erstellers zweifeln lassen.
So etwa hier. Da wundert sich die Journalistin, dass zu Ostern viele Leute mit dem Zug fahren und verrechnet sich beim Kilometergeld.
In diesem Beitrag stellt die Journalistin einen Schulweg von vor 40 Jahren nach. An einem SONNTAG(!) und wundert sich warum die Öffentlichen da länger brauchen und außerdem noch ziemlich dämlich herumfährt.
Interessant auch, dass die meisten Artikel zum Thema Bahn beim Standard von der Motorjournalistin kommen.

Das sind also so Leute die die VC für Journalisten erhalten haben…

Veröffentlicht unter Presse

Der Atomzug

Beim Surfen habe ich etwas Iinteressantes gefunden:
In den 1950ern gab es die Idee eine Lokomotive mit nuklearen Antrieb zu bauen. Im Prinzip aufgebaut wie eine dieselelektrische Lokomotive, hat jedoch statt dem Dieselmotor einen Atomreaktor.
Dazu gibt es hier und hier interessante Artikel.

Was auffällt, die Technik wird sehr stark schön geredet. Die erwähnten 7000 PS werden heute von Elektrolokomotiven leicht überboten und auch Dieselmaschinen kommen in die Nähe dieser Werte. Für die 200 und mehr km/h benötigt man auch keinen Atomantrieb, selbst Dieseltriebwagen erreichen diese Werte.
Bleibt als scheinbarer Vorteil das seltene Nachfüllen der Betriebsstoffe. Aber wenn man genau liest, hier sind einige Details versteckt. So muss die „Atomlok“ öfters Wasser wie eine Dampflok aufnehmen. Das Nachfüllen des reaktiven Materials nimmt mehrere Tage in Anspruch und kann nur von Experten durchgeführt werden.

Hier kann man erkennen warum die Maschine nicht gebaut wurde. Sie bietet einfach keinen wirklichen Vorteil.

Was aber auch fasziniert ist die „Naivität“ (vorallem im Zweiten) der Artikel aus den 1950ern. Die Nachteile werden zwar erwähnt, aber gleich als unbedeuteten abgetan.
Diese Sätze aus dem zweiten Link sagen viel aus:

Nun sind wir schon ein halbes dutzendmal mit der Atomlok durch Amerika gefahren und noch immer taucht am Zielbahnhof einer von euch Physiker auf, um im Inneren der Lok mit merkwürdigen Messgeräten herumzugeistern. Schließlich stehe ich am dichtesten und längsten am Atombrenner der Lok und ich sage euch: die Maschine ist prima, da gibt’s nichts Faules dran.

Einen HEUTE Artikel kurz zusammenfassen

Lesen wir diesen Artikel aus der HEUTE:

ÖVP-Pirat“ kapert den 49er

Piratenhochburg Penzing: Weil mehrere Garnituren der Linie 49 in Baumgarten eingezogen wurden, kaperte der verärgerte Kurt Ensfellner (71) einfach einen Zug. Der VP-Politiker zwang den Bim-Chauffeur zur Weiterfahrt. Zur unfreiwilligen Dienstzeit-Verlängerung des Fahrers meint Ensfellner: „Es waren ja eh nur mehr zwei Stationen.“

Tatort Baumgartner Spitz in Penzing: Eine Garnitur der Linie 49 wurde hier besetzt
Hat der Politiker die Straßenbahn mit dem Taxi verwechselt? „Ich und einige Fahrgäste sind in den Zug eingestiegen und haben die Weiterfahrt gefordert“, erklärt Kurt Ensfellner. „Nach Rückfrage in der Zentrale hat der Fahrer das dankenswerterweise auch gemacht.“

Seine fragwürdige Aktion begründet der Goldschmied mit der langen Wartezeit. „Wir standen im Regen. Hintereinander wurden drei Züge eingezogen, die Planung der Zentrale passt da nicht ganz“, klagt Ensfellner. Und: Nach Hütteldorf seien es nur zwei Stationen gewesen. Rückendeckung für die Piratenaktion kommt von der Bezirkspartei:

„Ich danke Kurt Ensfellner für sein Eingreifen. Anstatt die Öffis im Westen Wiens auszubauen, wird nun auch der 49er immer öfter kurz geführt,“ erklärt Klubchef Franz Lerch.

Andreas Huber

Was heißt das auf gut Deutsch?

Ein Fahrgast beschwert sich, der Fahrer fragt nach ob er weiterfahren darf, erhält die Erlaubnis und befördert die Fahrgäste zu ihrem Ziel. Nichts besonderes, passiert jeden Tag immer wieder. Aber nur weil ein ÖVPler dabei war, strikt HEUTE eine wilde Geschichte darüber.

Veröffentlicht unter Presse